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Lesung mit der britisch-jordanischen Autorin Fadia Faqir und ihrem Buch

"Ich heiße Salma" 

am 6. November 2012 um 19:00 Uhr

Aktuell wie die Schlagzeilen in den Tageszeitungen und zugleich zeitlos wie Liebe und Hass ist das dritte Buch Fadia Faqirs. Die Geschichte, die sich um eine junge arabische Frau rankt, die ihr körperliches Begehren lebt und dafür mit Leib und Seele, und schließlich mit dem Leben, bezahlt, ist auch in europäischen und anderen westlichen Ländern ein höchst brisantes Thema. Als Salma in ihrem kleinen beduinischen Dorf in der Levante schwanger wird, ohne dass eine Heirat in Aussicht steht, ist die unschuldige Zeit, in der ein junges Mädchen im Quellteich schwamm, unwiderruflich vorüber. Sie muss ihr Dorf verlassen, und ihre Lehrerin sorgt dafür, dass sie in ein Gefängnis kommt: um sicher zu sein vor dem eigenen Bruder, der meint, nur durch ihren Tod die Familie von Schmach und Schande reinigen zu können. Im sicheren Gefängnis bringt Salma ihr Kind zur Welt, das sie allerdings nie zu sehen bekommt – es wird ihr gleich nach der Geburt weggenommen. Nach Jahren der Haft gelangt Salma mit Hilfe von englischen Nonnen auf Untergrundwegen und unter falschem Namen nach England, wo die Tochter eines beduinischen Stammes in Exeter, der englischsten aller Städte, ein neues Leben als westliches Individuum beginnt.

In einer Sprache, in der die kraftvolle Poesie des Arabischen durchklingt, schildert Fadia Faqir eine Zeitspanne von 16 Jahren. Bei der Beschreibung von Salmas Weg insistiert die Autorin auf Salmas Blick und ihrem Erleben; wir werden, wie Salma, zwischen ihrer Vergangenheit, in der sie nicht sein durfte, wie sie war, und einer neuen Umgebung, in der sie anders sein soll, als sie ist, hin- und hergeworfen. Die Abgründe einer Migration zwischen den Kulturen werden von innen heraus beschrieben, tabulos und doch mit zärtlichem Humor, der die Begrenztheit der täglichen politischen und journalistischen Aufgeregtheit bloßstellt. »My name is Salma« ist ein Buch von großer Schönheit und großem Schmerz, in dem kulturelle Konzepte, die die Gedanken, Körper und Leben aller regieren, behutsam und doch schonungslos diskutiert und verhandelt werden. Fadia Faqir sagt über ihr Schreiben Folgendes: »I write to bear witness and do justice. I also write to ward off fear, to exorcise it. Writing is a futile attempt to empower myself. The journey was and still is long, hard with no arrivals, but it is also rewarding and full of little surprises. Recollections in disquietude rather than tranquility. A jasmine tree in a hostile garden. Torture chambers and tunnels in the Arab world. Racism and misrepresentation in the West. Sipping mint tea with my mother under a large trellis wrapped up with vines. The haunting faces of the maimed, the displaced and the missing. Clouds of perfume in a blossoming orange orchard. Not exactly that, but much more than that or much less than that.«  (www.fadiafaqir.com)

Den musikalischen Rahmen der Lesung gestalten Sinem Altan am Piano und Özgür Ersoy auf der Baglama und dem Duduk, beide Mitglieder des Trios 'Olivinn'.

Grußwort zum Auftakt der Lesereise durch Dr. Stefan Buchwald, Auswärtiges Amt Berlin


Organisatoren: Ibn Rushd Fund und Anna-Lindh-Stiftung in Kooperation mit dem Mitte Museum
im Rahmen von „Mittelmeer vor Ort“ mit dem Themenschwerpunkt Migration und Flucht

Die britisch-jordanischen Autorin Fadia Faqir geht mit ihrem 2007 erschienenen Buch „My name is Salma“ in mehreren Städten Deutschlands auf Lesereise. Der Roman erzählt die Geschichte einer jungen Beduinischen Frau aus dem östlichen Mittelmeerraum, die in Folge einer außerehelichen Schwangerschaft von ihrer Familie und der Gesellschaft verstoßen wird und nach England flüchtet, wo die Suche nach einer neuen Identität beginnt.


Die Common Action unter dem Namen „Mittelmeer vor Ort – Migration und Flucht“ wurde vom Sekretariat in Alexandria bewilligt und findet mit einem Auftakt im Allianz Kulturforum am 18. Oktober bis zum Abschluss am 01. Dezember 2012 in Karlsruhe bundesweit in unterschiedlichen Städten statt.

Ein gemeinsamer Flyer und ein begleitender Blog bilden das Dach der etwa 8-10 verschiedenen Veranstaltungen. Außerdem werden wir, um die räumlich und zeitlich verstreuten Veranstaltungen zu verbinden, eine Art „olympische Flamme“ in Form eines Koffers auf die Reise von Veranstaltung zu Veranstaltung schicken. Dieser Koffer beinhaltet einen kleinen Camcorder, mit dem auf jeder Veranstaltung Eindrücke für den Blog gesammelt werden, so dass sich auch diejenigen, die nicht überall dabei sein können ein Bild der gesamten Veranstaltungsreihe machen können.


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