
Pankstraße 47 + 13357 Berlin + Tel / Fax: 030 4606019-0 / -29 + Ausstellung: So - Mi: 10 - 17 Uhr & Do: 10 - 20 Uhr
23. September - 15. Oktober 2011 >> Konzerte, Ausstellung und Symposium
Jedes Alte trägt in sich den Keim des Neuen und jedes Neue beinhaltet Spuren des Gewesenen. Das Internationale Klangkunstfest Berlin hat 2011 vor, verschiedene Implikationen des Themas „Spuren“ künstlerisch zu untersuchen, multiple Bedeutungsstränge und -schichten herauszuarbeiten und zu beleuchten. Das Festival ergänzt sich mit 4 Konzerten und einem Symposium konzeptionell mit der Konzertreihe „KlangWelten ad hoc“ zum Gesamtprojekt „Klangkunst in Mitte 2011“


Das Festival thematisiert Spuren des Mittelalters durch das Ensemble mit Blockflötist Ivo Berg und Sängerin Marijke Meerwijk, afrikanische Einflüsse in Minimal-Music von Steve Reich, südamerikanische Wurzeln durch die Sopranistin Katia Guedes, sowie in Werken von Javier A. Garavaglia und Miguel Azguime, Soundscape Composition durch den Kanadier Claude Shryer, Musique concrète und Sound Art durch Thomas Gerwin, japanische Einflüsse durch Mayako Kubo und verschiedenste europäische Wurzeln und Zweige durch Luciano Berio, Hanna Hartmann, Knut Remond und Tomas Hulenvik, türkische Electro-Avantgarde durch Erdem Helvacioglu, Instanbul, Radiophones durch Antje Vowinckel, dazu unterschiedlichste Vertreter deutscher Avantgarde wie Herbert Eimert, Georg Katzer, Martin Daske, Ralf Hoyer, Lothar Voigtländer, Susanne Stelzenbach und Helmut Zapf - last not least hinterlässt die Musikgeschichte ihre Spuren im interpretatorischen Spiel mit neuester Technologie beim DigiEnsemble aus Berlin.
Die Konzerte werden 2011 in ganz besonderer Weise inszeniert. Die Räumlichkeiten der klanglichen Ereignisse werden als große, sich wandelnde, begehbare Installation aufgefasst. Jedes Konzertereignis hinterlässt Spuren, sichtbare und hörbare.
Die Konzerträume sind gleichzeitig als Ausstellung zu besuchen. Dort sind sämtliche Partituren der während des Festivals (ur-)aufgeführten Kompositionen zu sehen. Die Aufführungen werden jeweils mit Kunstkopfmikrophon mitgeschnitten und werden bereits am nächsten Tag Bestandteil der Ausstellung, indem sie per Kopfhörer direkt vor der entsprechenden Partitur angehört werden können. Auch einzelne Klänge verfangen sich als „Klangschatten“ (einer sich ebenfalls stetig verändernden Klang-Installation) in einzelnen Ecken der Räume, verweben sich zu neuen Klangkonglomeraten, verändern und entwickeln sich. Der Prozess der Veränderung wird sowohl zeichnerisch, als auch fotographisch und filmisch sowie durch Tonaufnahmen dokumentiert.
Jeder Abend wird ganz unterschiedlich inszeniert, die Inszenierung ist auch Thema der jeweiligen Einführung in die Werke des Abends zusammen mit den AkteurInnen und KomponistInnen. Vor jedem Konzert werden zudem ausgewählte Teile und evtl. noch vorhandene, für das Publikum spürbare Spuren der Geschichte des Ortes herausgearbeitet.
Die Geschehnisse werden in einem Symposium untersucht und diskutiert, das unter der Leitung von Prof. Dr. Christa Brüstle stattfindet und von einem Soundwalk abgerundet wird, indem die Besucher sich sinnlich mit den Klängen der Umgebung des Festivalortes auseinandersetzen.
Konzept und künstlerische Leitung, Klangregie: Thomas Gerwin, Ton: Michael Baumeister
Die Partituren- und „Spuren-“Ausstellung ist während der Konzerte und zu den normalen Besuchszeiten des Museums (So-Mi 10-17h, Do 10-20h) geöffnet.
Fr, 23. September 2011, 20:00 Uhr - Konzert 1 „Come Out“
Eröffnung: Kerstin Sittner-Hinz (Museumsleiterin, Ltg. FB Geschichte BA-Mitte)
Einführungsrede: Dr. Ulrike Liedtke (Direktorin Musikakademie Rheinsberg)
Claude Shryer „Ecoutez!“ (Soundscape Composition),
„Introitus“ (11.JH)
Luciano Berio “Gesti” (1966)
“Organum” (12.JH)
„Miserere” (Proportionsstudie 16.JH)
Steve Reich „Come out“ (Elektroakustische Musik)
Thomas Gerwin “flautando 3.7” UA
„Cantiga de Santa Maria“ (13.JH)
Ralf Hoyer UA (Musikvideo)
Ensemble Gefundene Objekte (Objekt-Performance)
- mit Ivo Berg (Blockflöten), Marijke Meerwijk (Sopran),“Ensemble Gefundene Objekte”
So, 25. September 2011, 15:00 Uhr - Soundwalk
Ein geführter Ausflug in die “Sinfonie des Alltags” mit Thomas Gerwin
Mi, 28. September 2011, 20:00 Uhr - Konzert 2 „KlangWelten ad hoc spezial“
Antje Vowinckel UA (Live-Performance)
Miguel Azguime DE Ars Acustica
Thomas Gerwin „Der Stein der Weisen“ exzerpt Ars Acustica
Georg Katzer „Blühende Landschaften“ Ars Acustica
- mit Antje Vowinckel
Sa, 1. Oktober 2011, 20:00 Uhr - Konzert 3 „Fremde Nähe“
Javier A. Garavaglia “Arte poética” DE (Elektroakustische Musik)
Adam Geczy/Thomas Gerwin „Area Contra Punctus 6“ (Video nach Musik)
Knut Remond (Elektroakustische Musik) UA
Susanne Stelzenbach „vis á vis“
Mayako Kubo “Hommage á Michiko” UA
Thomas Gerwin “Fern-rOHR” BE
Lothar Voigtländer (Elektroakustische Musik)
- mit Katia Guedes (Sopran)
Do, 13. Oktober 2011, 14-19 Uhr - Symposium „Refléts“
Mit Prof. Dr. Christa Brüstle, Gästen aus der Musik-/Kunstwissenschaft und den Künstlern,
Hartmut Sörgel („Verdichtung“)
DigiEnsemble Berlin (Musik mit Smartphones, Ltg. Matthias Krebs) UA
Hanna Hartman „Att fälla grova träd är förknippat med risker“ (Ars Acustica),
Herbert Eimert „Epitaph für Aikichi Kuboyama“ (Elektronische Musik) excerpt
Thomas Gerwin „In 90 Sekunden um die Welt“ (Soundscape Composition)
Sa, 15. Oktober 2011, 20:00 Uhr - Konzert 4 „Noten setzen“
Kammerensemble ad hoc “Klangbild M” UA
Martin Daske „Noten setzen“ UA
Thomas Gerwin “laut_bewegt Feuer” UA
Erdem Helvacioglu (Electronic Music, Guitar)UA
Tomas Hulenvik (elektroakustische Musik) UA,
Helmut Zapf „N.N.“ UA
- mit „Kammerensemble ad hoc“, Iris Sputh (Tanz)
Eine Veranstaltung von inter art project in Kooperation mit Bezirksamt Mitte von Berlin Amt für Weiterbildung und Kultur, Institut für multisensoriale Kunst, RBB Kulturradio Berlin
Gefördert durch den Bezirkskulturfonds Berlin-Mitte.
Das Klangkunstfest nimmt am Weddinger Kulturfestival teil: www.weddingkulturfestival.com