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»Bewahren«


Barbara Buchmaier und Susanne Weiß im Gespräch mit dem Fotografen Seiichi Furuya.

Di 17.12.2019 um 18 Uhr im Mitte Museum

Lebendiger Adventskalender im Badstraßenkiez



Seiichi Furuya: Aus der Serie Berlin-Ost, 1985-87 - Courtesy Galerie Thomas Fischer 

Seiichi Furuya fotografierte seine Frau Christine notorisch – und das täglich. Kein Bild von ihr ist wie das andere. Sie bildet den Kern seiner Auseinandersetzung mit dem Thema des Erinnerns und Bewahrens. Der aus Japan stammende Furuya fotografierte aber nicht nur seine Familie, mit der er für seine Tätigkeit als Übersetzer 1984 zuerst nach Dresden und dann nach Ost-Berlin zog, sondern vor allem auch ein Land, von dem er dachte, dass er nie wieder in dieses zurückkehren würde. Sein Blick ist ein beobachtender, in dem das Private immer wieder in Berührung mit dem Gesellschaftlichen gerät.

Die in der Ausstellung zusammengestellten Fotografien können als Kondensat seiner Zeit in der DDR gelesen werden. Furuyas Bilder agieren wie ein offenes Archiv: Es sortiert sich immer wieder neu und bewahrt nicht nur seine Erinnerungen, sondern bringt auch neue Erkenntnisse zu Tage. In dem Gespräch werden Barbara Buchmaier und Susanne Weiß mit Seiichi Furuya u.a. über die Vielschichtigkeit von Erinnerung mittels des Mediums der Fotografie sprechen.

Seiichi Furuya hat seit 1975 zahlreiche Ausstellungen in Europa und Japan, u.a. bei Camera Austria, Graz, im Fotomuseum Winterthur, in der Albertina, Wien, im Vangi Sculpture Garden Museum, Shizuoka und im Tokyo Metropolitan Museum of Photography. In jüngerer Zeit fanden Einzelausstellungen in der Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig, den Technischen Sammlungen Dresden, dem Kunsthaus Dresden, dem Heidelberger Kunstverein und dem Museum für Photographie Braunschweig statt. 1980 gründet er zusammen mit Christine Frisinghelli und Manfred Willmann die Fotozeitschrift „Camera Austria“, für die er auch zahlreiche Ausstellungen kuratieren wird, die allesamt japanische Fotografen zum ersten Mal in Europa präsentieren.
Seine Arbeiten befinden sich in den Sammlungen bedeutender Museen in aller Welt, u.a. in der Albertina, Wien, der Berlinischen Galerie, des Sprengel Museums, Hannover, des Stedelijk Museum, Amsterdam, des Tokyo Metropolitan Museum of Photography, des Museum of Modern Art, New York, und des Metropolitan Museum of Art, New York. Er veröffentlichte zahlreiche Fotobücher, die der Erinnerung an Christine gewidmet sind. Im Oktober dieses Jahres erhielt er den österreichischen Staatspreis für künstlerische Fotografie.
www.furuya.at


Im Begleitprogramm zur Ausstellung: "Wer wir sind und was wir tun - mitten im Museum"

Eine Ausstellung mit Werken von Johanna Diehl, Seiichi Furuya, Cornelia Herfurtner, Wilhelm Klotzek, Stephan Kurr, Pia Linz, David Polzin, Kathrin Sonntag und Beiträgen von Mitarbeitenden des Mitte Museums.
Kuratiert von Susanne Weiß und Theo Thiesmeier.

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