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Der Fachbereich Geschichte gibt anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 eine Publikation heraus

 

„Berlin-Cölln im Jahrhundert der Reformation“ heißt die Publikation, die der Fachbereich Geschichte des Bezirksamts Mitte von Berlin Ende September 2017 herausgibt. Der Band zeichnet die Geschichte und Wirkung der Reformation in Berlin-Cölln nach. Die Lutherische Reformation wird hier als spezifisch deutsche Antwort auf die Widersprüche und Konflikte dieses epochalen Umbruchs vom mittelalterlichen Feudalismus zum Frühkapitalismus gedeutet. Aus diesem Blickwinkel wird versucht, die Doppelstadt Berlin-Cölln in den gesamteuropäischen Kontext zu stellen und die lokalen Besonderheiten zu beleuchten.

Luther auf dem reichstag zu Worms 1521, Zigarettenbild nach Gemälde von Paul Thumann (1872), copyright Mitte MuseumDie Themen der Publikation sind die Säkularisierung und Ausbildung eines Konfessionsstaats in Brandenburg und die Stadtentwicklung als kurfürstliche Residenz des – über die territorialen Grenzen hinaus – auf Machtzuwachs orientierten Brandenburger Hauses Hohenzollern. Gefragt wird nach dem Anteil von Berlin-Cölln an den Ausein-andersetzungen um die erste „Glaubens- und Wissens-revolution“. Der Band rekonstruiert das Netzwerk namhafter Berliner Bürger und die Berliner Juden-verfolgung der Jahre 1510 und 1573.
2017 wird das 500-jährige Reformationsjubiläum begangen. Für Martin Luther stand in seinem 1517 verfassten Konzept der Kirche das Verhältnis des Einzelnen zu Gott an erster Stelle. Er stellte damit die Bedeutung des Papstes in Frage. Am 1. November 1539 empfing Joachim II., der Kurfürst von Brandenburg, zum ersten Mal das Abendmahl in Gestalt von Brot und Wein. Dieses Datum wird mit der Einführung der Reformation in Brandenburg in Verbindung gesetzt. Von da an wurden - vor dem Hintergrund ideologischer Richtungskämpfe - die institutionellen Voraussetzungen für die eigentliche Umsetzung der Reformation geschaffen. Den politischen Interessen des Kurfürsten entsprechend erfolgte dies in Brandenburg in gemäßigter Weise.

Die Publikation möchte das Verständnis für einen kulturellen Umbruch stärken, dessen Wirkungen bis in unsere Zeit reichen und dessen Fragen bis heute aktuell sind. Auch will sie das Verständnis für die Tatsache schärfen, dass Luther nur einer von vielen Reformatoren war, auch wenn seine Einzigartigkeit in seiner Signalwirkung besteht. Im Unterschied zu den Humanisten hatte er von Anfang an vor, eine Volksbewegung auszulösen.

Autoren des Bandes sind Claudia Berger, Hartmut Henicke, Julia Pomeranzewa und Claudia Wasow-Kania. Die illustrierte Publikation hat 80 Seiten. Sie wird im Buchhandel oder direkt in der Verwaltung des Fachbereichs Geschichte, Turmstraße 33, 10551 Berlin, für 10 Euro erhältlich sein (ISBN 978-3-9803312-9-6). Info und Bestellung: E-mail.

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