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Frau, Familie, Volk und Rasse. Die Reichsmütterschule Berlin-Wedding im NS-System

Ausstellung des Mitte Museums zum Themenjahr 2013 – Zerstörte Vielfalt

Reichsmütterschule Berlin-Wedding, um 1944, Mitte Museum Unter diesem Titel beteiligt sich das Mitte Museum Berlin am Themenjahr „Zerstörte Vielfalt Berlin 1933 – 1938 – 1945“. Das Museum wendet sich damit einem wenig bekannten Instrument der Täter zu, in dem mütterlicher Alltag mit der Durchsetzung der rassistischen Bevölkerungspolitik verbunden wurde. Die Ausstellung verweist auf den Zusammenhang zwischen der Vereinnahmung der Frau als Gebärende und der diktatorischen Einmischung in den privatesten und intimsten Lebensbereich – das Sexualleben, die Partnerwahl, Familienplanung und das gesamte Privatleben. Nationalsozialistische Bevölkerungspolitik bedeutete auf der einen Seite Förderung systemkonformer Ehen und Familien, auf der anderen Seite staatlich legitimierte Tötung gesundheitspolitisch und rassenideologisch als „minderwertig“ eingestuften Lebens.

Die Ausstellung stellt symbolisch die Funktionsräume der Reichsmütterschule nach und zeigt darin die verschiedenen Arbeits- und Schulungsbereiche der gleichgeschalteten nationalsozialistischen Frauenarbeit, die sich äußerlich auf pädagogische und sozialfürsorgerische Traditionen stützt, die im Beginn des bürgerlichen Zeitalters und insbesondere im Ersten Weltkrieg wurzelten und deren Spektrum von Säuglingspflege, Haushaltsführung, Heimgestaltung bis zur Kindererziehung reichte. Unter dem NS-Regime wurden alle diese Aspekte für die ideologische und politische Infiltration und die Ausrichtung auf die Stärkung der vorgeblichen „arischen Herrenrasse“ sowie auf die Bedürfnisse des Krieges genutzt. Da die „Weddingschule“, wie sie in der Berichterstattung der Reichsfrauenführerin auch genannt wurde, nicht nur Qualifizierungskurse für Hausfrauen und Mütter bereitstellte, sondern vor allem die Führungskräfte der Nazi-Frauenelite schulte, waren diese auch wissend in staatlich verordnete Verbrechen involviert. Die scheinbar marginale Weddinger Reichsmütterschule war Bestandteil dieses Systems.


Begleitprogramm - Kuratorenführungen durch die Ausstellung:


ohne Anmeldung und Eintritt frei  -  in Kooperation mit der VHS Berlin Mitte

  • Donnerstag, 8. Mai 2014 um 18:00 Uhr
  • Sonntag, 18. Mai 2014 um 11:00 Uhr
  • Sonntag, 15. Juni 2014 um 11:00 Uhr
  • Dienstag, 24. Juni 2014 um 10:00 Uhr
  • Sonntag, 20. Juli 2014 um 11:00 Uhr
  • Dienstag, 29. Juli 2014 um 10:00 Uhr
  • Dienstag, 19. August 2014 um 10:00 Uhr


  Klick Sie hier  um einen Filmbeitrag des RBB zur Ausstellung anzusehen.


Ausstellungsdauer: 22. September 2013 bis 31. August 2014
Pressekonferenz: 17. September 2013 um 11:00 Uhr   pdf: Pressemitteilung
Ausstellungseröffnung: 19. September 2013 um 17:00 Uhr

  • Begrüßung: Kerstin Sittner-Hinz - Leiterin Mitte Museum / Leiterin Fachbereich Geschichte
  • Zur Ausstellung: Dr. Hartmut Henicke - Historiker
  • Musikalische Darbietung: Lieder zur Ausstellung von Brecht und anderen - Gina Pietsch (voc.) und Uwe Streibel (p.)

In Kooperation mit Kulturprojekte Berlin GmbH - Themenjahr 2013 – Zerstörte Vielfalt

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