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Gute Geschäfte
Kunsthandel in Berlin 1933 - 1945

Auktionshaus »Union«, Inhaber Leo Spik, in der Tiergartenstraße 6, um 1935 Landesarchiv BerlinMehr als fünfundsechzig Jahre nach dem Ende der NS-Herrschaft ist eine Darstellung des Kunsthandels
in Berlin in dieser Zeit noch immer ein Desiderat der Forschung. In der »Reichshauptstadt« Berlin, in den 1920er Jahren eine der Metropolen des internationalen Kunsthandels, wurden die Maßnahmen der national-sozialistischen Kunst- und Kunsthandelspolitik ab
1933 unmittelbar wirksam. Die Ausstellung beleuchtet beispielhaft anhand der Geschichte von vierzehn Berliner Kunsthandlungen und Auktionshäusern, wie
die NS-Kulturpolitik auf eine bis dahin weitgehend unabhängige Branche Einfluss nahm. Neben einigen prominenten Häusern werden auch kleine, bisher weitgehend unbekannte Galerien und Händler dokumentiert.

Viele Berliner Kunsthändler wurden Opfer der antisemitischen Verfolgung. Sie mussten ihr Geschäft aufgeben, und nicht allen gelang es, rechtzeitig zu emigrieren. Andere waren als Profiteure bei der Liquidation der Geschäfte ihrer verfemten Kollegen oder als Hehler beschlagnahmter und geraubter Kunst aktiv beteiligt. Hinzu kam ab 1937 der Handel mit den in deutschen Museen als »entartet« beschlagnahmten Werken der Moderne. Der freihändige Verkauf gegen Devisen ins Ausland verlief hauptsächlich über vier Kunsthändler. Drei von ihnen waren in Berlin tätig.

Auch die Debatte um die Restitution verfolgungsbedingt entzogener Kunstwerke steht noch immer am Anfang. Erst seit einigen Jahren werden die Bestände der großen Berliner Museen und Sammlungen nach »Raubkunst« durchleuchtet. Nur wenige Bilder wurden seither den Nachfahren ihrer früheren Besitzer zurück gegeben. Den Blick der Öffentlichkeit auch hierauf zu lenken, ist ein Anliegen dieser Ausstellung, die von einer Arbeitsgruppe des Aktiven Museums e.V. erarbeitet wurde, das seit vielen Jahren vernachlässigte Aspekte der Geschichte Berlins im Nationalsozialismus erforscht.


Mit der Präsentation im Mitte Museum kehrt die Ausstellung in den Berliner Bezirk zurück, der durch die Konzentration des Kunsthandels in ganz besonderer Weise mit dem damaligen Geschehen verbunden ist. Anhand von 14 Kunsthandlungen und Auktionshäusern wird die Geschichte von Tätern, Mitläufern und Opfern vorgestellt. Die Verdrängung jüdischer Galeristen wird ebenso transparent wie die Rolle des Kunsthandels bei der Ausplünderung jüdischer Kunstsammler. Die Ausstellung behandelt auch den Umgang mit der sogenannten „Entarteten Kunst“ und den für den damaligen Kunsthandel äußerst profitablen „Sonderauftrag Linz“. Angesichts der nach wie vor großen Aktualität der Raubkunstproblematik halten es das Aktive Museum und das Mitte Museum für geboten, diese wichtige Ausstellung dem interessierten Publikum weiterhin zur Verfügung zu stellen.


Begleitprogramm:

 

Im „Dritten Reich“ verloren - bis heute gesucht. Raubkunst und Provenienzforschung

Vortrag von Dr. Hans-Joachim Hinz, Historiker/Provenienzforscher
Donnerstag, 28. Februar 2013, 18 Uhr


Kunsthändler und Kunstmarkt im Berlin des Nationalsozialismus

Vortrag von Dr. Angelika Enderlein, Kunsthistorikerin/Provenienzforscherin
Donnerstag, 14. März 2013, 18 Uhr 


Führungen durch das historische Galerienviertel in Tiergarten

mit Regine Wosnitza und Heike Stange
Samstag, 11. Mai 2013, 14 Uhr

Treffpunkt: Esplanade Residence, Bellevuestraße 1, 10785 Berlin
U-Bahn / S-Bahn: Potsdamer Platz
Preis pro Teilnehmer: 10 €,  Dauer ca. 2 Stunden
Führungen für Gruppen möglich nach Vereinbarung


Im Auftrag von Goebbels: Wie der Evangelische Kunstdienst die Geschäfte mit der „Entarteten Kunst“ tätigte Vortrag von Referentin: Horsta Krum, Theologin und Historikerin
23. Mai um 18:00 Uhr  -  Eintritt frei!

Der Vortrag geht der u.a. Frage nach, wie es zur vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Goebbels und Göring einerseits und dem Evangelischen Kunstdienst andrerseits kam und wie die die Verkaufsgeschäfte im Schloss Niederschönhausen getätigt wurden.
In diesem Zusammenhang wird der Vortrag auch näher eingehen auf die Künstler Emil Nolde und Ernst Barlach und den Freund Barlachs, den Kunsthändler Bernhard A. Boehmer.  mehr


Ausstellungsdauer: 5. Dezember 2012 bis 30. Juni 2013


www.aktives-museum.deAktives Museum - Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.

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